Kindergarten „Unión y Progreso“

Kindergarten

Die Einrichtung liegt im Elendsviertel Enrique Gallo im Großraum Salinas. Bis 2011 wurden in dieser barackenähnlichen, überwiegend aus Bambus hergestellten Einrichtung etwa 70 Kinder im Alter von einigen Monaten bis zu 5 Jahren betreut. Die geringfügige Bezahlung der 8 Mitarbeiterinnen erfolgte durch die Gemeinde. Vom Staat, d. h. vom Instituto Nacional del Nino y de la Familia, erhielt der Kindergarten einen Zuschuss für das Essen. Der finanzielle Beitrag, den die Eltern erbringen sollten, betrug pro Monat 1 US-Dollar. Die Armut ist in dieser Gegend aber so groß, dass manche Eltern selbst mit dieser geringen Gebühr überfordert waren und die Zahlung an den Kindergarten nicht regelmäßig leisten konnten. Im Zeitraum von Januar bis Juli 2010 wurden dem Kindergarten aus den Mitteln der THOMAS ENGEL-Stiftung mehrere stabile Kinderbetten mit Matratzen und Bettwäsche zur Verfügung gestellt, damit die Kinder ihre Mittagsruhe nicht auf dem harten und rauen Betonboden verbringen müssen. Durch diese Maßnahmen wurde auch den beiden Schreinern, die die Betten anfertigten, zu etwas Arbeit und damit Einkommen verholfen.

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Von der THOMAS ENGEL-Stiftung gespendete
Betten und Matratzen

Es machte aber in Anbetracht des katastrophalen baulichen Zustandes keinen Sinn mehr, den Kindergarten weiter finanziell zu unterstützen, zumal auch Eltern und Betreuer zu resignieren schienen. Jaime Garcia, der zuständige Repräsentant der THOMAS ENGEL-Stiftung, versuchte aber durch schriftliche und telefonische Kontakte mit den Behörden und mit der staatlichen Erdölgesellschaft Petrol Ecuador auf die untragbare Situation aufmerksam zu machen und einen Neubau des Kindergartens zu erwirken. Inwieweit Jaimes Bemühungen erfolgreich waren, ist unklar. Die Erdölgesellschaft, größter Arbeitgeber in der Region, hat jedenfalls einen neuen Kindergarten gebaut. Damit sind die Voraussetzungen für weitere Hilfen durch die THOMAS ENGEL-Stiftung deutlich verbessert. Widersprüchlich sind allerdings noch die Eigentumsverhältnisse. Jaime Garcia ist diesbezüglich um Aufklärung bemüht.