Neues Hilfsprojekt in Tansania

signet flowers children

Das Flowers Children's Centre (FCC) wurde Anfang 2016 in Tansania gegründet. Die kleine Vorschule unterrichtet und betreut ca. 90 Kinder im Alter von 2 bis 6 Jahren, welche aus ärmsten Verhältnissen stammen und meist mit nur noch einem Elternteil zusammenleben. Zu dem weiteren Spektrum des Flowers Children's Centre gehört außerdem die medizinische Basisversorgung, die Bereitstellung einer warmen Mahlzeit sowie die Integration und Förderung von Kindern mit Beeinträchtigungen. Das Flowers Children's Centre dient Eltern und Familienangehörigen der Kinder zusätzlich als Ansprechpartner. Um eine umfangreiche Betreuung zu gewährleisten, bekommt das Flowers Children's Centre Unterstützung durch freiwillige Mitarbeiter aus aller Welt. Diese bieten neben dem Assistieren während des Unterrichts eine Nachmittagsbetreuung für die Kinder an, sodass Eltern auch nachmittags ihrer Arbeit und wichtigen Terminen nachgehen können.

kinder tansania

Im vergangenen Jahr konnten dank Spendeneinnahmen die Räumlichkeiten des Flowers Children's Centre um zwei Klassenräume erweitert werden. Außerdem wurde ein Spielplatz für die Kinder installiert, welcher neben dem spielerischen Effekt auch die motorischen Fertigkeiten der Kinder fördern soll. Um das Zubereiten des täglich zur Verfügung gestellten Mittagessens zu erleichtern, wurde eine Küche erbaut. Hier steht den Kindern seit einiger Zeit gefiltertes Trinkwasser zur Verfügung.

Seit April 2017 befindet sich das Flowers Children's Centre nun unter dem Dach der THOMAS ENGEL-Stiftung. Diese koordiniert das Projekt von Deutschland aus und leistet finanzielle Unterstützung durch Einnahme von Spendengeldern. Um die Zusammenarbeit sinnvoll gestalten zu können, findet zwischen dem Flowers Children's Centre und der THOMAS ENGEL-Stiftung ein regelmäßiger Austausch statt.

school

Zustande gekommen ist es durch das Engagement von Victoria Link. Die 30-Jährige ist Sozialpädagogin und reiste im Oktober 2016 das erste Mal nach Tansania. Sie entschied sich dafür, Freiwilligenarbeit in einem Waisenhaus zu absolvieren. Vor ihrem Aufenthalt hatte sie bereits Spenden gesammelt, welche sie vor Ort dann sinnvoll einsetzen wollte. Eine Bekannte erzählte ihr von ihrem Projekt. In diesem Waisenhaus gäbe es eigentlich nichts, nicht einmal Toiletten. Ein paar Tage später ging sie mit ihr ins Flowers Children’s Centre, um sich ein eigenes Bild machen zu können, und sie war sofort überwältigt von Gefühlen.

„Die Kinder rannten auf mich zu und umarmten mich, auch der Schuldirektor kam sofort, um mich zu begrüßen. Ich wusste, dass die gesammelten Spenden dort mit Sicherheit gut aufgehoben sind. Es war klar, dass es nicht am fehlenden Willen, sondern tatsächlich an nicht vorhandenen Geldern lag, dass die Schule bisher sehr dürftig ausgestattet war. Nach nur zwei Wochen war der Rohbau von zwei neuen Klassenräumen fertiggestellt und nochmals zwei Wochen später wurden die ersten Kinder in den neuen Klassenräumen unterrichtet. Ich wusste zu diesem Zeitpunkt bereits, dass es nicht mein einziger Aufenthalt im Flowers Children’s Centre sein würde“, so Victoria Link.

„Bei einem Elternabend wurde noch einmal sehr deutlich, wie ärmlich die Kinder zuhause leben. Viele der Eltern berichteten, dass es für sie täglich ein Kampf wäre, ihre Kinder mit ausreichend Essen zu versorgen. Ich konnte die Verzweiflung der Eltern und Angehörigen sehen und wie dankbar sie waren, einen Ort für ihre Kinder gefunden zu haben, welcher ihnen einerseits eine gute, kostenfreie Vorschulausbildung ermöglicht und andererseits durch die warme Mahlzeit existentiellen Nöten entgegenwirkt“, berichtete Victoria Link.

Aufgrund der sehr dramatischen Erzählungen der Eltern entschloss sich der Schuldirektor, zukünftig zu dem Mittagessenauch ein Frühstück für die Kinder bereitzustellen, welches nun seit April (2017) eingeführt wurde.

In diesem Monat wird Victoria Link bereits zum vierten Mal nach Tansania reisen, dann sogar für zwei Monate. Sie nimmt dafür unbezahlten Urlaub. Inzwischen werden im Flowers Children’s Centre 90 Kinder mit Essen und Vorschulunterricht versorgt. Es wurde ein Hostel angemietet, in dem gegen ein geringes Entgeld Freiwillige, aus welchen Ländern auch immer, schlafen und essen können. Ihre Gegenleistung besteht darin, die Lehrer zu unterstützen, mit den Kindern zu spielen, in der Küche zu helfen oder auch die Familien zuhause zu besuchen. Jugendlichen wird hier, beispielsweise nach ihrer Schulausbildung, eine hervorragende und kostengünstige Möglichkeit geboten sich sozial zu engagieren und für ihr weiteres Leben sehr wertvolle Erfahrungen zu sammeln.

Noch eine Vision, aber demnächst vielleicht Realität, ist der Bau einer Grundschule (Primary School). Der Besuch soll für Kinder, deren Eltern sich das leisten können, schulgeldpflichtig sein, dagegen kostenfrei für die Kinder des Flowers Children’s Centre. Dadurch könnte das Zentrum Einnahmen generieren und seine Abhängigkeit von Spenden verringern, ein gutes Beispiel für „Hilfe zur Selbsthilfe“.